Feb 12, 2017 - Alltag    No Comments

Das kleine schwarze Röckli.

Wie hier angekündigt: Mittlerweile habe ich eine zweite Version des Sternchenrockes angefertigt. Diesmal aus schwarzem, besticktem Stoff, in ziemlich edler Optik. Hier konnte ich mein individuelles Schnittmuster für die Passe noch einmal einsetzen. Auch dieses Projekt ging nicht ganz reibungslos über die Bühne, hust. Ein paar Tipps für die nähwillige Leserschaft habe ich daher auch diesmal gesammelt.

1) Das Reissverschluss-Debakel.

Im Gegensatz zum Sternchenrock wollte ich mich diesmal mehr an das ursprüngliche Schnittmuster halten und den Reissverschluss nicht so lang wie die ganze Passe lassen, sondern den Abschluss wie von Burda vorgesehen etwa 5 cm höher machen.

 

Eine echt bescheuerte Idee, wie sich herausstellte!

Das Reissverschluss-Debakel I.

Irgendwas lief nämlich schief beim Einnähen (es ist auch nicht ganz einfach, einen „kurvigen“ Reissverschluss einzunähen), und gegen unten verrutschte einiges. Das Ergebnis: Es sah katastrophal aus und da, wo der Reissvershcluss aufhörte, entstand ein „Loch“ (ein kleiner Cousin von dem in unserem Badezimmer, würde ich sagen). Mir blieben 2 Möglichkeiten: 1) Den Reissverschluss wieder raustrennen oder 2) retten, was zu retten war. Weil der Stoff bestickt – und Auftrennen mit schwarzem Faden auf schwarzem Stoff eh ein Spass ist, habe ich mich für Variante 2) entschieden. Anstatt also die Naht unter dem Reissverschluss „richtig“ zu machen, habe ich die Nahtzugabe umgefalzt und das Ganze aussen (!) mit dem Reissverschluss-Füsschen mit vielleicht 1-2mm Abstand abgesteppt. So konnte ich den Stoff so zurecht ziehen, dass kein Loch mehr entsteht. Ja, macht man nicht so, nein, was besseres fiel mir nicht ein. Aber ernsthaft, sieht man kaum, oder??

Das Reissverschluss-Debakel II.

Jedenfalls: Sollte ich noch einmal sowas nähen, würde ich den Reissverschluss immer so lang wie die Passe lassen (und ihn unten nicht so kurz abschneiden). Dann kann man unten beim Zusammennähen mit der Rüsche ausgleichen, was ausgeglichen werden muss.

Leider meinte es der Reissverschluss wirklich nicht gut mit mir, und auch beim Abschluss mit dem Beleg hatte ich wieder eine Krise. Ich hatte ihn zu weit oben eingenäht, so dass er nun unschön weiter oben anfängt als der eigentliche Rock. Tja nun. Ich lasse es jetzt einfach so.

 

Das Reissverschluss-Debakel III.

 

2) Die Rüsche

Beim Annähen der „Rüsche“ hätte ich mir einiges an Nerven sparen können, wenn ich folgendes gemacht hätte: Die beiden parallelen „Nähte“ mit maximaler Stichlänge, die man dann auf einer Seite verknotet, damit man mit dem Dranziehen die Rüschen generiert, also, die sollte man unbedingt in einer gut sichtbaren Fadenfarbe machen. Man zieht sie ja am Schluss eh wieder raus, und man behält gerade auf einem schwarzen Stoff einfach besser die Übersicht, wenn man die gut sieht, auch, wenn man die eigentliche Naht dann zwischen den beiden parallelen Fäden anbringt.

3) Das Beleg

Man sollte es eigentlich wissen, ich jedoch vergass völlig, dass ich, da ich die Passe meinen Kurven angepasst hatte, das Beleg ebenfalls individuell anpassen musste. So musste ich die beiden Belege halt noch einmal neu ausschneiden (der Stoff reichte dafür zum Glück). Auch bei diesem Rock steppte ich das Beleg knapp ab, damit es besser sitzt und beim Tragen nicht ständig rausflutscht.

 

So. Aber genug der Worte, so sah das ganze dann am Schluss aus:

 

Mit reingewursteltem Blüschen.

 

Ganz faltenfrei habe ich die Passe nicht hinbekommen. Schon alleine das Beleg innen zeichnet sich unter dem dünnen Stoff ab.

 

Von hinten.

 

Und von vorne. Doch, gefällt mir.

 

 

Und der Stoff ist wirklich schön, auch wenn man das auf meinen wackligen Fotos nicht recht sieht!

Feb 12, 2017 - Alltag    No Comments

News von der Nähfront: Der Sternchenrock.

Immer noch ist mir das Nähen nicht verleidet, immer noch schnurpfle ich mir Kleider zurecht, die es so garantiert nicht zu kaufen gibt (selbstverständlich ist das ein Qualitätsmerkmal!). Auf Twitter dokumentiere ich das Ganze gerne live, hier kommt also so gesehen nichts Neues, sondern eine Zusammenstellung dessen, was vielleicht interessant sein könnte für jemanden, der sowas Ähnliches nähen möchte (und dabei meine ich klar Näh-Anfänger*innen; alle, die das nicht mehr sind, können sich hier bestenfalls amüsieren!).

Ich präsentiere also:

Projekt Sternchenrock

Schon lange wollte ich mir einen solchen Rock kaufen: Oben eng anliegend, unten gerafft und weit, aus dünnem Jeansstoff, etwas kürzer als knielang. Ich sah sowas Ähnliches mal vor vielleicht 3 Jahren an einer Mitarbeiterin, sie meinte salopp, den besitze sie seit etwa 7 Jahren. Da sich dann über Jahre hinweg abzeichnete, dass solche Röcke total out sind und ich es mir von der Backe putzen kann, je einen solchen Rock zu finden, beschloss ich in einem Anfall grenzwertiger Euphorie, der Bekleidungsindustrie mal wieder den abgekauten Stinkefinger zu zeigen, und mir ein solches Teil einfach selbst zu nähen. Ha!!

Leider war das dann doch nicht ganz so einfach, wie ich mir das zurecht gereimt hatte: Als Anfängerin bin ich nämlich auf ein Schnittmuster angewiesen, laut meiner Mama unbedingt eins von Burda, weil die aller anderen Hersteller nicht für Anfänger geeignet wären (mittlerweile weiss ich, dass das schlicht nicht stimmt). Ein Schnittmuster von Burda also, müsse es sein, und zwar ein einfaches. Das schränkte meine künstlerische Freiheit dann schon ziemlich ein. Selbstverständlich fand ich keines, das mir genehm war, aber anstatt aufzugeben, beschloss ich, einfach eins massiv abzuändern (was für mich als Anfängerin bestimmt ein Kinderspiel sein würde!). Folgendes Schnittmuster hab ich also gekauft: Nr. 6796 von Burda Young (selbstverständlich „Young“, ich bin ja nach wie vor jung und wild!).

 

 

Das Schnittmuster

 

 

Davon die Variante B. Allerdings wollte ich ja keinen Rock mit 3 Rüschen, sondern einen mit nur einer – die dafür knapp knielang.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schnittmuster-Teile 1 und 2 müssen im Stoffbruch geschnitten werden (vordere und hintere Passe), 3 und 4 auch (vorderer und hinterer Besatz). Dann: Nummer 7 (ebenfalls im Stoffbruch geschnitten) ist die „obere Rüsche“. Wenn man den Rock so abändert wie ich, braucht man nur die, Nummer 8 und 9 nicht. Allerdings muss man an der Nummer 7 natürlich ansetzen, sonst hat man einen Gürtel, keinen Rock…

 

… und zwar so viel, dass man zusammen mit der Passe die Länge erhält, die man sich für diesen Rock wünscht. Dazu habe ich Schnittmuster-Teil Nummer 7 auf dünnes Papier gelegt, durchgepaust und unten einfach angehängt den Seitenlinien entlang (bei mir ist die Rüsche 32cm lang). Bitte beachten: Dieses Teil muss doppelt so breit werden, also mit der linken Kante im Stoffbruch schneiden!

Passe Rückteil, Original Burda

Als Laie habe ich nichts weiter dabei gedacht und den Stoff für die Passe so ausgeschnitten, wie laut Burda richtig, also so wie auf dem Foto oben. So sah das Ganze dann aus, als ich es zusammengenäht habe:

Man beachte die schicke Silhouette. Ich war empört: Das sah richtig Scheisse aus! Offenbar sind meine Hüften gänzlich anders geformt als die der Burda-Durchschnittsfrau. Ausserdem: Im Original trägt man den Rock offenbar auf Höhe Bauchnabel. Definitiv nicht mein Ding! Also kürzte ich die Passe oben ziemlich.

 

Also steckte ich vor dem Spiegel ab wie eine Irre und experimentierte mit Fadenschlag, bis das Ding sass. So sieht meine individuell angepasste rückwärtige Passe aus (inklusive Abnäher):

Das war alles irgendwie aufwändiger als angenommen, ich habe ewig gebraucht, bis das Ding schliesslich einigermassen sass. Aber ich beschloss, nicht eher zu ruhen, als bis die Passe sass, ich meine, ich nähe mir doch nicht extra einen total individuellen Rock, damit er dann nicht mal richtig sitzt!

Eine weitere Herausforderung war dann der seitliche Reissverschluss. Wie man oben sieht, haben meine Hüften eine „Delle“; versuch mal, einen Reissverschluss entlang einer „Delle“ einzunähen!! Viel Spass dabei!!

Vorschriftsgemäss nähte ich den Reissverschluss ein.

 

… auf der Nähmaschine meiner Mama.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reissverschluss, mit Delle. So schlecht sah es dann gar nicht aus – wenn auch nicht perfekt.

 

…von vorne (unten ist die Rüsche noch nicht angenäht)

 

… und hinten, mit angenähtem Besatz.

 

So passte dann alles irgendwie.

 

… und ich trage den Rock wirklich gerne!

Ja, ich trage den Rock so gerne, dass ich beschlossen habe, ein zweites Exemplar davon zu nähen, diesmal aber mit schwarzem, edlerem Stoff – guckstu hier!

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