Mai 15, 2016 - Alltag    2 Comments

Projekt Umwelt.

Es ist mir nach wie vor absolut Ernst: Ich möchte mein Konsumverhalten ändern, ich möchte mich ökologisch sinnvoller verhalten, ich möchte weniger Schaden anrichten auf diesem Planeten. Ich will dabei Schritt für Schritt vorgehen. Ich kann meine, unsere Gewohnheiten (ja, das betrifft sehr wohl auch meinen Freund. Wer zusammen einen Haushalt führt, der konsumiert und müllt auch gemeinsam) nicht allesamt von einem auf den nächsten Tag umstellen. Das geht weder konsumtechnisch (wir haben nun mal noch Vorräte an Waschmitteln, Putzmitteln, Lebensmitteln) noch moralisch. Ich muss mich erst an neues gewöhnen, und gewisse Produkte und Gewohnheiten muss ich erst ausprobieren. Es muss leistbar sein für mich, und auch mein Freund muss sich damit zumindest irgendwie arrangieren können. Ich gebe mir, gebe uns darum Zeit. Vielleicht dauert es ein ganzes Jahr, bis ich all die Sachen ändern konnte, die mir wichtig sind, vielleicht sogar länger. Was solls. Hauptsache, die Richtung stimmt. Damit ich selber auch merke, ob ich mich diesem Ziel annähere, lege ich ein paar Kriterien fest. Indikatoren, wenn man so will, die ich von Zeit zu Zeit überprüfen kann. Unten sind sie, die Kriterien, und ich habe vor, sie einfach mittels „Stichproben“ zu überprüfen. Die erste Stichprobe hab ich letzte Woche gemacht, am 6. Mai 2016.

Unweltverträglichkeit von Gebrauchsartikeln:

  • Abwaschmittel (von Hand abwaschen): Oecoplan (Gewässerschonend)
  • Abwaschmittel (Geschirrspüler): Oecoplan (Gewässerschonend)
  • Badreiniger: Oecoplan Badreiniger (Gewässerschonend), Vim Putzpulver
  • Entkalker: Oecoplan Putzessig (Gewässerschonend)
  • Glasreiniger: Oecoplan (Gewässerschonend)
  • WC-Reiniger: WC-Ente
  • Fettlöser: Cilit Bang

 

  • WC-Papier: Oecoplan (Recyclingpapier)
  • Haushaltspapier: (Oecoplan (Recyclingpapier)
  • Wattesäbchen: Oecoplan
  • Kosmetiktücher: Oecoplan
  • Wattepads: Oecoplan
  • Nastücher: Tempo / Oecoplan

 

  • Schampoo: Nivea, nicht nachfüllbar / Haarseife von Lush
  • Pflegespülung: Nivea, nicht nachfüllbar
  • Duschmittel: Nivea, nachfüllbar

 

  • Waschmittel (Kleider): Oecoplan (Gewässerschonend)
  • Weichspüler (Kleider): benutzen wir praktisch nicht mehr
  • Erde (für Pflanzen): Oecoplan Bio Universalerde

 

Umweltverträglichkeit von Lebensmitteln:

  • Früchte: Äpfel (Schweiz, nicht Bio), Bananen (Bio), Limette Max Havelaar, Passionsfrucht Max Havelaar, Melone (Spanien, nicht Bio), Avocado (nicht Bio), Ingwer (Bio), Kiwi (Ünique, nicht Bio), Mango (nicht Bio)
  • Gemüse und Salat: Kohl (CH, nicht Bio), Kartoffeln (CH, Ünique), Karotten (CH, Ünique), Peperoni (Spanien, Ünique), Champignons (CH nicht Bio), Kopfsalat (CH, Bio), Gurke (Italien, Bio), Zucchetti (Italien, Bio), Nüsslersalat (CH, Bio).
  • Milch: CH, nicht Bio
  • Butter: CH, nicht Bio
  • Käse: CH, nicht Bio
  • Yoghurt & Quark: CH, nicht Bio
  • Mandelmilch: Bio
  • Brot: CH, Bio
  • Toast: CH, Bio
  • Fleisch: Poulet: CH, nicht Bio, Hackfleisch CH, Naturafarm
  • Konfitüre: Selbstgemacht (Bio), Erdbeerkonfi nicht Bio
  • Müesli: Bio
  • Trockenfrüchte & Samen: Datteln und Feigen, Cranberries, Ananas, Goji-Beeren, Chia-Samen, Leinsamen => alles Bio
  • Teigwaren, Reis, Getreide: 1 Pack Bio-Nudeln, Bio-Basmatireis, Bio-Couscous, Bio-Linsen, Rest nicht Bio
  • Konserven: Allesamt nicht Bio
  • Tomatenmark: Bio

 

Einkäufe in der Reformdrogerie des Vertrauens.

Einkäufe in der Reformdrogerie des Vertrauens.

 

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Frei nach dem Motto: Wir geben uns Mühe.

Recycling:

  • Normaler Abfall pro Woche in Liter: 35l / Woche (2-Personen-Haushalt)
  • Plastik-Recycling pro Monat: 60l Sack, ist noch nicht voll
  • Grünabfall-Entsorgung pro Woche: ca. 7l pro Woche im Kompost der Vermieterin
  • Pet-Flaschen pro Woche: ?? Muss ich erst zählen
  • Batterien pro Monat: ?? Muss ich erst zählen

 

Überquillt schnell: Der Grünabfall.

Überquillt schnell: Der Grünabfall.

 

Ja, da ist noch Luft nach oben, besonders bei den Pflegeprodukten, einigen Putzmitteln und den Lebensmitteln. Allerdings sieht die Bilanz heute schon deutlich besser aus als noch vor ein paar Monaten, und immerhin stammen die meisten Lebensmittel, die hier angebaut werden können, aus der Schweiz! Die Sache mit dem Plastik-Recycling ist noch neu für uns, mein Freund hat im Nachbarskanton eine Entsorgungsstelle gefunden, wo man 60l-Säcke kaufen und entsorgen kann. Ein 60l-Sack kostet 2.50 CHF und ist somit deutlich günstiger als unser Hauskehricht, für den bezahlen wir 3 CHF pro 35l. Wir müssen allerdings erst noch herausfinden, was wir da alles in den Plastik-Entsorgungssack schmeissen können. Verpackungen von Lebensmitteln wie z.B. Yoghurt oder Fleisch könnte man so entsorgen, allerdings muss man dazu den Becher gut ausspülen. Ob das ökologisch gesehen wirklich sinnvoll ist? Ich bin offen für Anregungen.
Das Entsorgen der Grünabfälle läuft bisher gut. Es ist beeindruckend, wie viel Rüstabfälle sich da ansammeln, die wir mittels kompostierbarem Säckchen elegant und gratis entsorgen können. Alles, was am teuren Hauskehrichtsack vorbeigeht, ist super, nicht nur für die Umwelt, sondern auch für unser Budget!

Als nächstes plane ich die Anschaffung eines Sodastream-Dings, damit wir deutlich weniger PET-Flaschen entsorgen müssen, ausserdem möchte ich weiterhin Recherche betrieben zum Thema ökologische Pflegeprodukte (Schampoo, Dusch, Haarspülung). Momentan teste ich die „Haarseife“ von Lush – riecht gut, ich benutze sie auch für den Körper, aber die Aufbewahrung ist noch nicht optimal, sie zersetzt sich, wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist. Es ist nicht ganz einfach, das optimale Produkt zu finden, wenn man selber nicht genau weiss, worauf man achten muss, damit das Produkt möglichst ökologisch vertretbar ist. Es gibt so viele Pseudo-Öko-Produkte, die vom Naturkosmetik-Hype profitieren wollen. Wir werden sehen.

Mai 2, 2016 - Alltag    No Comments

Änni im Rhabarber-Rausch.

Es ist wieder soweit, der Rhabarber hat Saison, und wie es so meine Art ist, stürze ich mich Hals über Kopf ins Rhabarber-Flash, äh, ich meine, in die Rhabarber-Verarbeitung. Da ich leider immer noch keinen eigenen Garten habe, bin ich dabei auf die Ernte meiner Mama angewiesen, und zum guten Glück scheint die Ernte dieses Jahr ausgesprochen grosszügig auszufallen (in vergangenen Jahren liefen diverse unsaubere Bestechungsversuche, um die mütterliche Rhabarberverteilung auf insgesamt 5 Nachkommen möglichst zu den jeweils eigenen Gunsten ausfallen zu lassen). Jedenfalls, meine übliche überbordende Euphorie, wenn es um die Ernte von irgendwas Essbarem geht, nahm erschreckende Ausmasse an, als ich gestern Abend im Internet über den Begriff „Rhabarbersirup“ stolperte.

Ich meine, ernsthaft, in welch geiler Welt leben wir, wenn es sowas wie „Rhabarbersirup“ gibt?!

Ich sah mich ab da vor meinem gestigen Auge in luftigen Sommerkleidchen und sagenhaft mondänem Hut auf schicken Stehparties nett dekorierte, kühle Sommerdrinks mit Rhabarbersirup schlürfen: Martini & Rhabarbersirup, Prosecco & Rhabarbersirup, Weisswein & Rhabarbersirup – die Rhabarbersirup-Kombinier-Phantasie kennt keine Grenzen! Ich gab mich bereits im Vorfeld der Rhabarber-Übergabe dem Rhabarber-Rausch hin, untertützt durch die Internet-Rhabarber-Community, die mir unter anderem das hier zugespielt hat. (Rhabarberbarbarabarbarenbärtebarbierbier, gnihihihi!).

Jedenfalls, der heutige Tag kam, und mit ihm kam (endlich!!) die Rhabarber-Übergabe. Ein gutes Kilo Rhabarber, so die Ausbeute, die ich, voller Elan und leicht irre anmutender Euphorie, auf unseren  Küchentisch packte.

 

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Rhabarber! RHABARBER!!!

 

Strategisch gesehen ein kolossaler Fehler, wie sich bereits sehr bald herausstellen sollte. Es geschah nämlich folgendes: Mein werter Freund betrat die Küche, und seine Augen fingen umgehend an, mindestens vergleichbar irre zu leuchten, als er den Rhabarber da liegen sah. „Mmmmmmh, Rhabarber!“, rief er enthusiastisch, „daraus mache ich eine feine Wähe zum Znacht!“ „Äh… Nein!“, ich war irritiert und sehr bestimmt, „machst du nicht! Daraus stelle ich Sirup her, Rhabarbersirup!“ „Sirup? Spinnst du? Das ist schade um den Rhabarber!!“ „Sicher nicht!“, ich war empört, „stell dir vor, wie fein, Rhabarber-Sirup!“ „Sirup ist total ungesund“, mein Freund versuchte es auf die durchtriebene Tour, „so viel Zucker, stell dir vor, du willst doch immer nur noch gesundes Zeug essen, da ist Sirup eine total schlechte Idee!“ „Vergiss es, ich koche Sirup!“ „Wähe!“ „Nein, Sirup!“ „WÄHE!“ „SIRUP!!“ – so ging es noch ein Weilchen weiter. Irgendwann, nach zähen Verhandlungen und diversen emotionalen Entgleisungen stand ein Kompromiss: Ein halbes Kilo für Sirup, das andere halbe Kilo für eine Wähe. Meine Güte, welche Aufregung!

Ich fing also an, den Rhabarber zu schälen und gemäss diesem Rezept zu verarbeiten. Da verhalf mir ein Rhabarber-Community-Mitglied zu einer weiteren genialen Idee: Aus dem verkochten „Mus“, das für den Sirup nicht verwendet wird, kann man gut Konfitüre kochen.

Rhabarbermus

Rhabarbermus

Rhabarber-Erdbeer-Konfitüre!! Ich LIEBE Rhabarber-Erdbeer-Konfitüre!! Im Gefrierschrank im Keller fand ich prompt noch zwei Säckchen gefrorene Erdbeeren, und so schmiss ich wohlgelaunt den Kochherd an. An der Stelle, als im Rezept von „Zucker“ die Rede war, stockte mein Enthusiasmus kurz. Zucker. Da war doch was. Ich öffnete den Küchenschrank und prompt kehrte die Erinnerung zurück: Gestern erst hatte ich den letzten Zucker aus dem Kilosack geschüttet. Ich konnte mich erinnern, wie ich dabei dachte „oh, sollte ich vielleicht irgendwo aufschreiben, dass wir keinen Zucker mehr haben.“

Da stand ich also, in der Küche, mit zwei Töpfen auf dem Herd, 1x Sirup, 1x Konfitüre in the makening, ohne ein einziges Gramm Zucker. An einem Sonntag! In der tiefsten Provinz! Herrlich!

Selbstverständlich kehrte nach dem ersten Schock unmittelbar mein Kampfgeist zurück. Wäre ja gelacht, wenn ich dieses Problem nicht mittels Improvisation lösen könnte!!

Zucker ist Zucker, oder?!

Zucker ist Zucker, oder?!

 

Wie soll ich sagen: Änni 1, mangelnde Organisationsfähigkeit 0.

 

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Und siehe da: Alles ward gut. Sirup, Konfi, Rhabarber-Rausch und Änni umarmten sich innig, machten einander solange Komplimente, bis alle heulten und ritten dann – geistig völlig entrückt – auf einem gefilzten Regenbogen in den Welt-, äh, ich meine, in den Sonnenuntergang.

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(Und irgendwann später, als alle 4 auf einer höheren Bewusstseinsstufe angekommen waren, entstand dann auch noch eine Wähe für mein Herzblatt.)

Ja, mein werter Freund hatte Recht, eine Wähe war eine verflixt gute Idee.

Ja, mein werter Freund: Eine Wähe war eine verflixt gute Idee.

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