Mai 16, 2017 - Alltag    No Comments

Das Pulver zum Glück.

Nein, weiss ist es nicht, soviel sei gleich vorneweg klargestellt: Das Pulver, das ich meine, mein neueste Entdeckung, die meiner bescheidenen Meinung nach auf dem direkten Weg in ewige Glückseligkeit führt, ist eher in verschiedenen Brauntönen gemasert – und wird soweit ich weiss normalerweise weder gesnifft noch angezündet und inhaliert. 

Ansonsten weist es aber durchaus ähnliche Merkmale wie illegale Substanzen auf: Einmal angefixt, entwickelt man sehr schnell Abhängigkeitssymptome inklusive Entzugserscheinungen bei mangelndem Nachschub. Schweineteuer ist es auch, die einzige Möglichkeit, sich vor Verschuldung und Abstieg in die Beschaffungskriminalität zu schützen ist – man kennt auch das aus dem Milieu – die Eigenproduktion. Diese ist zum guten Glück mit sehr viel weniger Aufwand verbunden als der Unterhalt einer rentablen Indoor-Anlage. Ausserdem verstösst die Herstellung des Pulvers, das ich meine, nach meinem aktuellen Wissensstand gegen kein einziges Gesetz, und darum will ich die Gewinnung dieser Substanz – in einem weiteren Rundumschlag reinsten Altruismus – hier öffentlich machen. 

Greift danach, packt diese einmalige Möglichkeit, auf legalem Wege die Formel zu ewigem Glück zu erlangen, und wenn ihr sie gepackt habt, dann zündet sie an – und, ganz recht, inhaliert tief.

Dukkah

Aus Israel stamme diese Nuss-Gewürzmischung, habe ich mir sagen lassen – keine Ahnung, ich kenne mich nicht aus, aber ich kann mir kein Leben mehr ohne Dukkah vorstellen! Dukkah passt hervorragend zu Salaten (ich schütte es über Mischsalate, z.B. Kopfsalat mit Tomaten und Avocado) oder zu Curries oder zu Suppen oder auch einfach zu Schnittchen aller Art… Wer Dukkah nicht selber herstellen möchte oder zuerst mal eine kleinere Menge ausprobieren möchte: Im Coop gibt es Dukkah in der Fine-Food-Linie – man rechnet einfach den Kilopreis besser nicht aus… für alle anderen: So wird es gemacht.

6 EL Haselnüsse und 4 EL Pinienkerne zusammen in einer Bratpfanne ohne Fett rösten und danach mahlen (z.B. mit einer Rüebliraffel von Zyliss). 4 EL Sesam dazu geben. 2 EL Koriandersamen, 2 EL Kreuzkümmel und 1 EL Pfefferkörner zusammen rösten und danach im Mörser fein zerkleinern und zu den Nüssen geben. 1 TL Salz und 2 TL Rohrzucker darunter mischen, in Gläschen abfüllen, fertig. 

Röstaromen.

Wer Kreuzkümmel und Koriandersamen mag, wird Dukkah lieben!

Guter alter Zyliss. Ja Mama, du hattest wie immer recht, sowas gehört tatsächlich in jeden guten Haushalt!

Endlich mal ein Einsatz für meinen vor sich hin staubenden Mörser.

Das fertige Pulver zum Glück!

Mai 5, 2017 - Alltag    No Comments

Auf zu neuen Ufern.

Es ist soweit: Wir haben unsere 7 Millionen Sachen gepackt und Winzighausen, die Laube, das Loch, Schimmi, die mäusedreckverzierte Waschküche und das rohrfressende Monster unter uns (nein, damit meine ich nicht unsere Vermieterin) tatsächlich hinter uns gelassen – grösstenteils, versteht sich, denn geputzt und abgegeben haben wir unsere Luxusbude da noch nicht.

Wahnsinn. Eine Ära geht damit zu Ende. Fast fünfeinhalb Jahre haben wir da gewohnt, als „Übergangslösung“, die sich irgendwie in die Länge gezogen hatte. Jeden Winter verfluchte ich die Bude, denn sobald 0 Grad erreicht waren draussen, waren es drinnen noch deren 16, bei Minusgraden draussen waren es noch 14. Den absoluten Tiefpunkt, im wahrsten Sinne des Wortes, erreichten wir im ersten Winter: -18 Grad waren es damals draussen, und drinnen dann noch deren 12. Und es war ja nicht so, dass wir nicht heizten, nein, die Heizkörper liefen immer auf Nundenpiepen, vermochten die quasi inexistente Isolation, die geradezu lachhaften Fenster und die miese Heizleistung jedoch nicht mal annähernd wett machen.

Aber jedes Jahr, wenn das Schlimmste hinter uns lag, wir wieder um die 17 oder 18 Grad hatten und die Laube zu neuem Leben erwachte, konnte ich mich wieder irgendwie mit dieser Bude arrangieren. Ausserdem: Wir fanden halt nicht, was wir suchten, denn ja, seit etwa 4 Jahren suchen wir durchaus eine neue Wohnung. Bei unserem bescheidenem Budget und unseren Ansprüchen (in erster Linie: EG, wegen Mikesch, Garten, wegen mir, Standort wegen ÖV auf etwa vier Ortschaften beschränkt) fand sich einfach nichts, wofür wir bereit waren, uns dem Riesenstress eines Umzuges auszusetzen.

Irgendwann wurde mein Arbeitsweg durch den Fahrplanwechsel noch absurder, und die Suche wurde intensiviert. Schliesslich, Ende März, besichtigten wir die einzige Wohnung, auf die wir uns auch wirklich bewarben. Wir hatten Schwein, und erhielten tatsächlich ein Zusage. Dann ging alles ziemlich schnell. Innerhalb eines Monats unterschrieben wir einen neuen Mietvertrag, verschenkten unseren halben Haushalt auf Facebook, packten unseren restlichen Kram, steckten Mikesch in die Transportbox, kehrten Winzighausen den Rücken und zogen nach Merlinskaff (ja, genau so heisst der Ort, ich schwöre bei Merlins Bart!).

Nach dem Verdauen des Eintritts in eine neue Klimazone (von erfrischenden 16 Grad Raumtemperatur hin zu deren schwülen 23) und abgesehen von Mikeschs klarem Missmut haben wir uns schon relativ gut aklimatisiert (im wahrsten Sinne des Wortes. Einfach mal im T-Shirt (!) in der Wohnung rumsitzen, ohne zu frieren, Wahnsinn!). Das Loch fehlt uns auch nicht unbedingt, vor allem, seit wir wissen, dass es sich bis in unser Schlafzimmer vorgearbeitet hatte: Beinahe hätte es einen ziemlich absurden Unfall gegeben, als mein Brüderchen den grossen Kleiderschrank demontierte – und plötzlich der Boden unter seinen Füssen nachgab… der Anblick der Schlafzimmerwand, die angefangen hatte, in fröhlichen Brauntönen vor sich hin zu schimmeln, erleichterte den Abschied von unserem vormaligen Zuhause dann auch wirklich noch mal zusätzlich.

Das beste aber an unserem neuen Zuhause ist nicht die funktionierende Isolation, die dichten Fenster oder die Bodenheizung, sondern der Umstand, dass wir jetzt einen grosszügigen Gartensitzplatz haben, den ich so bepflanzen darf, wie ich möchte. Endlich einen kleinen Garten anlegen! Juhu!

Daher: Bye bye, Winzighausen, willkommen, Merlinskaff.

 

Das Loch (neben der Dusche) von vorne…

 

… und von hinten.

 

Nach wie vor präsent, einfach von einer anderen Seite: Unser AKW.

 

Mit dem Velo auf dem Weg ins pulsierende, urbane Merlinskaff.

 

Home, sweet new home.

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