Aug 18, 2016 - Alltag    No Comments

Ultra-Öko-Änni.

Nein, sie ist noch lange nicht vorbei, die neuste Öko-Welle in Änniland. Vielmehr nimmt sie immer erschreckendere Ausmasse an und macht seit dem Besuch des Mittelaltermarktes auch vor der Körperpflege nicht mehr Halt. Jaja, es ist mir bewusst, wie das klingt, aber keine Angst: Ich dusche weiterhin täglich, wasche meine Haare regelmässig, entferne meine Achselhaare und benutze auch weiterhin Deo. Bloss die Produkte, die ich dabei verwende, haben sich ziemlich verändert.

In erster Linie ging und geht es mir bei der ganzen Umstellung darum, den Abfall, den ich mit den ganzen Pflegeprodukten produziere, drastisch zu beschränken. Auch wenn wir jetzt Plastik recyclen, es ist einfach unglaublich, wie viele leere Plastikflaschen alleine meine bisherige Haarpflege generierte. Irgend so ein Shampoo plus Pflegespülung mit obskuren „Diamantpartikeln“, damit meine Haare manisch vor sich hin glitzern wie die gesamte Swarovski-Abteilung im Warenhaus – und da ich meine Haare jeden Abend wusch, wirklich UNMENGEN von dem ganzen Zeug. Jedenfalls, auch recyceltes Plastik bleibt Plastik bleibt quasi nicht abbaubar bleibt für die nächsten paar Millionen Jahre Plastikmüll. Davon gibt es auf unserem Planeten bekanntlich eh genug, dann muss ich da also nicht auch noch Unmengen zu beisteuern.

Ich „machte mich“ also „auf den Weg“, wie die Mittelalter-Dame das wohl ausdrücken würde, auf die Suche nach Pflegeprodukten, die ohne Unmengen von Plastik-Verpackungen daher kommen. Die Mittelalter-Haarseife erfüllte dieses Kriterium absolut, genau so, wie sie die Prophezeiung ihrer Schöpferin erfüllte: Mein Haar sah in der Tat Scheisse aus. Strähnig, fettig, eklig. Aber ey, ich bin ja keine Mimose. Wegen ein bisschen Scheisse aussehen weiche ich garantiert KEINEN MILIMETER von meinem Masterplan ab.

Oder, ok, ehrlichkeitshalber, zumindest nur etwa einen halben: Nach einer Woche mit echt übler Frisur kaufte ich in der Reformdrogerie meines Vertrauens wieder ein Shampoo. Allerdings diesmal eine echte Bio-Variante: Keine Silikone, kein Mineralöl, keine Parabene etc. sprich, gewässerschonend, vegan und Bio, aber halt wieder in einer Plastikflasche. Habe ich also doch aufgegeben?! NATÜRLICH NICHT!! Im letzten Monat hab ich etwa 4mal meine Haare mit dem Shampoo gewaschen, an Tagen nämlich, wo ich einigermassen gut aussehen wollte (ja, verstört mich auch, wie selten das der Fall ist). Ansonsten kam weiterhin die Haarseife zum Einsatz. Und: Es ist tatsächlich nicht mehr so schlimm, wie die Haare dadurch jetzt aussehen. Ich würde mal sagen, es ist mittlerweile tagesabhängig. Manchmal (selten) sehen die Haare richtig gut aus, manchmal (oft) etwas schwer und etwas strähnig, manchmal (eher selten) wirklich beschissen. Ich wasche meine Haare jetzt übrigens seltener, sprich, nicht mehr jeden Abend, weil ich das Gefühl habe, sie sehen besser aus, wenn ich sie nicht täglich wasche.

Und die Pflegespülung? Ha. Ich hab bisher 1mal eine „Spülung“ mit Zitronensaft gemacht, ansonsten lasse ich das einfach weg. Ich weiss nicht, wie meine Mitmenschen das sehen (ich müsste mal einen ausgeklügelten Fragebogen dazu rumreichen), aber ich persönlich finde nicht, dass meine Haare jetzt im Schnitt schlechter aussehen als vorher. Ich hatte nämlich auch mit Diamantpartikeln und Silikonen durchaus Tage, an denen „bad hair day“ eine gewaltige Untertreibung und „shitty hair day“ immer noch ziemlich nett war. So funktionieren meine Haare nun mal, fürchte ich, ausschlaggebend ist vor allem die Luftfeuchtigkeit, und auf die hat kein Haarpflegeprodukt dieser Welt irgend einen Einfluss.

Bald ist jetzt die Mittelalter-Haarseife aufgebraucht. Damit weiss ich jetzt: 1 Stück Seife à etwa 80g für 7 Franken reicht etwa 8 Wochen. Wie viel ich früher für die selbe Zeit mit Diamantpartikeln ausgegeben habe, weiss ich ehrlich gesagt nicht. Aber gefühlt waren die beiden Flaschen mit Shampoo und Spülung ständig leer.

Als nächstes probiere ich jetzt Aleppo-Seife aus. Die hat mir die Dame in der Reformdrogerie empfohlen. Und ich fand: Ausprobieren! Wenn sie für die Haare nicht taugt, benutze ich sie halt einfach für den Körper.

Apropos: Die Umstellung von Duschgel auf Seife für den Körper war für mich psychologisch gesehen sehr viel easier als die Sache mit den Haaren. Ich sehe tatsächlich keinen einzigen Nachteil daran, sich anstatt mit flüssigem Gel aus Plastikflaschen einfach mit einem Stück Seife zu waschen. Meine empfindliche Haut (Neurodermitis) kommt mit der handgemachten Seife der Mittelalter-Dame wunderbar zurecht. Auch hier kann ich nicht genau sagen, was ich früher ausgegeben habe, aber ich bin sicher, mit Seife ist man im Verbrauch sehr viel sparsamer als mit Gel. Abgesehen davon ist Seife echt super praktisch beim Reisen. Nix kann auslaufen, Handgepäck ist kein Problem und leichter ist das Ganze auch.

Insgesamt gesehen habe ich innert einiger Monate eine für mich persönlich – ich bin nunmal ein Gewohnheitstier – doch recht extreme Umstellung von 08/15-Produkten hin zu Naturkosmetik & Co. vollzogen. Was da psychologisch gesehen alles dahintersteckt, wird wunderbar illustriert von der Tatsache, wie ich vor ein paar Monaten noch Witze über vegane Körperprodukte riss und mittlerweile selber danach suche.

Bin ich jetzt durchgeknallt? Kann schon sein, mir egal, solange ich meinen Lebensraum weniger zerstöre als früher. Will ich jetzt damit missionieren? Himmel hilf, nein. Ich missioniere nach wie vor nur, wenn es um Chilipflanzen geht. Wer das hier liest, ist immer noch selber Schuld, wer sich tatsächlich davon angegriffen fühlt, ebenfalls. Aber vielleicht interessiert es ja jemanden, welche Erfahrungen ich mit welchen Produkten mache. Alle anderen dürfen einfach wegklicken, verstohlen gähnen oder ein paar Witzchen klopfen.

Jul 13, 2016 - Alltag    1 Comment

Änni missioniert.

Fremdgebloggt: Victoria und Tobias aus Lenzburg ziehen ein neues Immobilienportal namens „Enyhomes“ auf. Dass sie ausgerechnet mich in der Kategorie „Lifestyle“ bloggen liessen, ist ja an sich schon der Brüller – wie auch immer, ich nutzte die Gelegenheit, um mal so richtig deftig zu missionieren. Nein, für einmal nicht für die obskure Gottheit  „die Kraft™„, sondern fürs Gärtnern ohne Garten, oder, wie man auf neudeutsch sagt, „Urban Gardening“. Frei nach dem Motto *schluchzt theatralisch ins Mikro* „… und wenn nur ein einziger, unsicherer junger Mensch dank mir den Mut fasst und seine erste Chilipflanze eintopft, haben sich all meine Mühen und Anstrengungen gelohnt!!!“ 😜

Jedenfalls: Falls du einen Balkon, aber tatsächlich noch keine eigene Chilipflanze besitzt: Guckstu hier.

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